Einsamkeit in der Corona-Krise

Hilfe & Tipps für Senioren

Zunehmende Vereinsamung ist für viele Senioren ein Problem – nicht nur in Zeiten der Corona-Krise. Wenn jetzt Besuche komplett wegfallen, wird es für viele alte Menschen um ein Vielfaches schwieriger, Kontakt mit Familie, Freunden und Bekannten zu halten. Das führt zu echten seelischen Problemen und Gefühlen wie Hilflosigkeit, Angst und Hoffnungslosigkeit.

Was können Senioren sowie deren Familie und Freunde in dieser schwierigen Zeit gegen die Einsamkeit tun? Wir haben in unserem Beitrag handfeste Tipps und Ressourcen zusammengefasst, die jetzt helfen können.

Kontakt halten auch in der Corona-Krise: Das wichtigste Mittel gegen die Einsamkeit

Telefonieren – gerade jetzt ist es wichtig, miteinander zu sprechen

Ein freundliches Wort, ein kurzes Gespräch – mit einem Telefonat lässt sich das Gefühl der Einsamkeit und Isolation effektiv bekämpfen. Senioren sollten jetzt öfter den Hörer in die Hand nehmen und Familienmitglieder oder Betreuer*innen, die mit ihnen den Haushalt teilen, sollten aktiv dabei unterstützen, Freunde, Verwandte und Bekannte zu kontaktieren.

Auch für Angehörige von Senioren gilt: Rufen Sie Ihre Lieben regelmäßig an. Es muss kein langes Gespräch sein, die Hauptsache ist, dass sich Senioren jetzt nicht alleingelassen oder vergessen fühlen. Ein tägliches „Wie geht es dir heute?“ kann für das Wohlbefinden Wunder wirken.

  • Für Alleinstehende – Per Nachbarschaftshilfe können Sie neue Gesprächspartner finden
    Was aber, wenn keine Familie oder Freunde zum Telefonat zur Verfügung stehen? Über verschiedene Aktionen zur Nachbarschaftshilfe melden sich immer mehr Freiwillige, die zuhören und da sein möchten. Jemand Neues kennenzulernen kann genau in dieser Zeit viel Freude ins Leben bringen. Um Angebote in Ihrer Nähe zu finden, empfehlen wir eine Google Suche mit den Stichworten „Nachbarschaftshilfe + Ihr Wohnort“ oder „Nachbarschaftshilfe Corona + Ihr Wohnort“.
  • Wenn die Isolation zur Depression führt – es gibt Hilfe!
    Für Alleinstehende kann die Isolation durch Corona zu einer starken, seelischen Belastung und sogar zur Gefahr werden. In solchen Fällen kann die Deutsche TelefonSeelsorge helfen. Sie ist unter 0800/111 0 111 sowie unter 0800/111 0 222 · oder 116 123 zu erreichen. Jeder Anruf ist kostenlos.

Das Internet nutzen – so ist es möglich, sich auch zu sehen

Auch per Smartphone, Tablet und Laptop es jetzt möglich, Kontakt aufzunehmen und sich dabei sogar zu sehen. Dienste wie WhatsApp, Skype oder auch Meeting-Apps wie Zoom ermöglichen auch größeren Gruppen, sich zu sehen. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass ein entsprechendes Gerät zur Verfügung steht bzw. zur Verfügung gestellt werden kann. Angehörige sollten hier die Initiative ergreifen, und nach Möglichkeiten suchen, einen Video-Chat zu organisieren.

Briefe und Karten schreiben – eine schöne Beschäftigung

Auch die alte Kunst des Briefeschreibens wird aktuell von vielen Menschen neu entdeckt. Das Schöne: Man beschäftigt sich mit dem Verfassen länger und hat so einen Zeitvertreib, bei dem man die eigenen Gedanken und Gefühle ordnen kann. Auch Postkarten sind eine gute Möglichkeit, um ein kurzes „Ich denk an dich!“ zu vermitteln. Angehörige von Senioren können dazu anregen, Briefe oder Karten zu verschicken und auch den Versand übernehmen, damit die Senioren nicht selbst zur Post gehen müssen.

Unterhaltung nicht vergessen – Sich selbst etwas Gutes tun

Sich den ganzen Tag allein mit seinen Gedanken und den Ängsten über die Krise zu befassen, kann negative Gefühle nur verstärken. Darum ist es wichtig, auch jetzt schöne Momente zu schaffen. Neue Hobbies, Musik hören, die Lieblingsfilme schauen, Hörbücher entdecken, Puzzeln, das Lieblingsessen genießen – Senioren sollten in dieser Zeit nicht darauf verzichten, kleine Freuden zu genießen. Angehörige und Betreuer*innen sollten dabei unterstützen, so gut es geht (z.B. indem Sie Puzzle, DVDs oder andere Dinge für die Großeltern oder Eltern bestellen).

Die Grundversorgung sichern – Lieferdienste, Familie, Freunde und Nachbarschaftshilfe

Viele Senioren und Menschen mit gesundheitlicher Vorbelastung verlassen das Haus nicht – auch nicht für Einkäufe. Neben der Einsamkeit wird dann auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln und anderen wichtigen Dingen ein Problem. Sofern hier Familie und Freunde nicht einspringen und Einkäufe vor der Tür ablegen können, sind Lieferdienste eine weitere Möglichkeit. Diese werden zum Teil von den Supermärkten und Drogerien selbst angeboten, können aber auch über andere Stellen erfolgen, so zum Beispiel über den DRK.

Informieren Sie sich am besten über mögliche Angebote, indem Sie über Google nach „Einkaufshilfe + Ihr Wohnort“ oder „Einkaufshilfe Corona + Ihr Wohnort“ nach lokalen Diensten suchen.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Nachbarschaftshilfe. Angebote oder Gesuche können beispielsweise über nebenan.de aufgegeben werden. Auch für die Nachbarschaftshilfe empfehlen wir eine Google Suche („Nachbarschaftshilfe + Ihr Wohnort“ oder „Nachbarschaftshilfe Corona + Ihr Wohnort“).

Das wichtigste Mittel gegen die Einsamkeit in der Corona-Krise: Zusammenhalt

Ganz egal, ob Sie selbst aktuell in Isolation leben und Hilfe suchen oder für Senioren in Ihrem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis nach Tipps gegen die Einsamkeit suchen – das wichtigste Mittel gegen die Einsamkeit ist es, aufeinander zuzugehen. Scheuen Sie sich nicht davor, Ihre Kinder und Enkel zu kontaktieren, scheuen Sie sich nicht davor, Oma und Opa anzurufen oder Ihre Zeit freiwillig im Rahmen der Nachbarschaftshilfe zu schenken!

Ansprechpartnerin
Frau Agnieszka Töpfer
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