Verhinderungspflege - Alles, was Sie wissen müssen

Fast 4 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig – mehr als 3 Millionen davon werden in den eigenen vier Wänden gepflegt, zumeist durch Angehörige. Doch auch diese pflegenden Privatpersonen können verhindert sein – sei es durch eigene Krankheit, Urlaub oder andere Gründe. Zur Entlastung dieser Pflegepersonen und zur Überbrückung von Engpässen ist im SGB XI ein Anspruch auf Verhinderungspflege festgeschrieben.

Erfahren Sie mehr über Ihre Ansprüche: Mit der Verhinderungspflege können Pflegepersonen eine Pause einlegen!

Wer hat Anspruch auf Verhinderungspflege? Wo muss man die Ersatzpflege beantragen und was wird erstattet? Antworten auf diese und weitere wichtige Fragen erhalten Sie in unserem Kurzratgeber – bei weiteren Fragen stehen Ihnen die Experten von Pflege zu Hause Küffel gerne für eine Beratung zur Verfügung!

Verhinderungspflege: Die wichtigsten Informationen für Pflegebedürftige und private Pflegepersonen rund um die Ersatzpflege

Wichtige private oder berufliche Termine, eigene Erkrankung oder einfach einmal ein Erholungsurlaub – es gibt viele Gründe, warum eine private Pflegeperson sich nicht selbst um die Pflege von Angehörigen kümmern kann. Mit der Verhinderungspflege wird eine qualifizierte Ersatzpflege und Betreuung gewährleistet.

Wer hat Anspruch auf Verhinderungspflege?

Um die Ersatzpflege in Anspruch zu nehmen zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es muss bei der pflegebedürftigen Person zum Zeitpunkt der Verhinderungspflege mindestens der Pflegegrad 2 vorliegen.
  • Die Pflege muss seit mindestens 6 Monaten erfolgen. Dabei ist es nicht relevant, wer in dieser Zeit die Pflege übernommen hat.
  • Die reguläre Pflege muss zumindest teilweise durch eine private Pflegeperson durchgeführt werden – erfolgt die Betreuung ausschließlich durch einen Pflegedienst oder andere erwerbsmäßige Dienstleister, besteht kein Anspruch.

Der Grund der Inanspruchnahme muss nicht angegeben werden – auch wenn die Krankenkasse ggf. danach fragt.

Wie hoch ist der Anspruch auf Ersatzpflege?

Die Ersatzpflege kann für bis zu 6 Wochen bzw. 42 Tage im Kalenderjahr in Anspruch genommen werden.

  • Dabei werden Kosten bis zu einer Grenze von 1.612 € von der Pflegekasse erstattet.
  • Übernimmt eine bis zum 2. Grad verwandte Person oder eine Person, die in häuslicher Gemeinschaft mit der Pflegeperson lebt, die Pflegevertretung, ist die Kostenerstattung beschränkt: Die Aufwendungen dürfen das 1,5-fache des Pflegegelds nicht übersteigen, sind jedoch auch auf 1.612€ gedeckelt. Es dürfen jedoch auch dokumentierte Aufwendungen geltend gemacht werden (z.B. Fahrtkosten, Verdienstausfall).

Unser Tipp: Prüfen Sie immer auch, ob ein Anspruch auf Kurzzeitpflege besteht. Diese kann mit der Verhinderungspflege kombiniert werden, sodass insgesamt 2.418€ für ersatzweise geleistete Pflege zur Verfügung stehen.

Wird die Verhinderungspflege auf das Pflegegeld angerechnet?

Ob die Verhinderungspflege auf das Pflegegeld angerechnet wird, hängt davon ab, ob Sie eine reguläre oder stundenweise Verhinderungspflege beantragen.

  • Reguläre Verhinderungspflege: Überschreitet die Verhinderungspflege 8 Stunden pro Tag, wird für diese Zeit das Pflegegeld um 50% gekürzt. Ausnahme: Beantragen Sie die Ersatzpflege für einen längeren zusammenhängenden Zeitraum, wird das Pflegegeld am ersten und am letzten Tag nicht gekürzt.
  • Stundenweise Verhinderungspflege: Sind Sie als reguläre Pflegeperson weniger als 8 Stunden verhindert, wird die Ersatzpflege nicht auf das Pflegegeld angerechnet.

Nehmen Sie eine stundenweise Verhinderungspflege in Anspruch, werden nur die Kosten auf den maximalen Betrag (1.612 €) angerechnet, jedoch nicht die Zeit auf die maximale Leistungsdauer (42 Tage).

Unser Tipp: Achten Sie im Antrag auf Pflegevertretung darauf, die richtigen Zeiten anzugeben. Benötigen Sie die Ersatzpflege nur für einige Stunden am Tag, sollten Sie das konkret vermerken, da die Pflegekasse andernfalls im Regelfall von einer Ersatzpflegezeit von mehr als 8 Stunden ausgeht und entsprechend verrechnet.

Wer kann Ersatzpflege leisten?

Zur Verhinderungspflege zählen sowohl Grundpflege als auch hauswirtschaftliche Versorgung – nicht aber medizinische Behandlungspflege. Daher kann die Ersatzpflege grundsätzlich von jeder Person übernommen werden, z.B. durch Angehörige, Freunde und Nachbarn, aber auch von ambulanten Pflegediensten und anderen Dienstleistern. Alternativ ist eine Unterbringung in einer von der Pflegekasse anerkannten Pflegeeinrichtung möglich.

Wie wird die Verhinderungspflege beantragt?

Zur Erstattung der Kosten für die Ersatzpflege müssen Sie bei Ihrer Pflegekasse einen sogenannten „Antrag auf Leistungen der Pflegekassen bei Verhinderung einer Pflegeperson“ stellen.

  • Dabei ist es prinzipiell empfehlenswert, den Antrag im Voraus einzureichen, Sie sind dazu jedoch nicht verpflichtet.
  • Reichen Sie den Antrag nachträglich ein, legen Sie direkt alle Kostenbelege (Quittungen, Rechnungen) bei.

Unser Tipp: Der Anspruch auf Ersatzpflege verjährt erst nach 4 Jahren. Wurde die pflegebedürftige Person in dieser Zeit von einer Ersatzperson oder einem Dienstleister gepflegt, können Sie den entsprechenden Antrag samt Belegen bei Ihrer Pflegekasse einreichen.

Verhinderungspflege: Pflegepersonen haben sich eine Auszeit verdient

So schön es auch ist, Angehörigen den Wunsch zu erfüllen, im eigenen Zuhause gepflegt zu werden: Die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen ist sowohl psychisch als auch physisch eine große Herausforderung. Daher sollte die Pflegeperson auch an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse denken. Mit der Verhinderungspflege können Sie sich die benötigten Auszeiten nehmen – vom entspannten Theaterabend bis zum wohlverdienten Erholungsurlaub, aber auch für dienstliche Termine. Und falls Sie einmal erkranken ist es hilfreich, liebe Angehörige in guten Händen zu wissen.

Sollten Sie daher noch Fragen zur Verhinderungspflege haben, sprechen Sie uns an: Die Experten von Pflege zu Hause Küffel informieren Sie gern über alles, was rund um das Thema Pflege wichtig ist!

Ansprechpartnerin
Frau Agnieszka Töpfer
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